FAQ - Frequently asked questions - Häufig gestellte Fragen

Warum ist es wichtig die Zuchthunde genomisch testen zu lassen ?

Der große Vorteil der genomischen Zuchtwerte ist, dass schon vor der Zuchtverwendung eine  Aussage hinsichtlich der Vererbung von Langlebigkeit gemacht werden kann und der Züchter die Möglichkeit hat durch entsprechende Partnerwahl das Lebensalter unserer Hunde über mehrere Generationen hinweg zu steigern. Dies wird sicher nicht von heute auf morgen zu erreichen sein, sondern ein beharrlich zu verfolgender, längerer Prozess werden.

Was beinhalten die Berechnungen der genomischen Zuchtwerte im SSV und was kosten die Untersuchungen?

Der Test beinhaltet:

1. genomischer Zuchtwert Langlebigkeit
2. genomischer Zuchtwert Ellenbogendysplasie
3. genomischer Zuchtwert Hüftgelenksdysplasie
4. SSV-Pretest auf histiozytäres Sarkom
5. Untersuchung auf Degenerative Myelopathie (DM) Exon 1

Kosten für die Punkte 1 – 5:
180,00 Euro für Hunde im Besitz von SSV-Mitgliedern
230,00 Euro für alle anderen Hunde

6. Zusätzlich kann auf Wunsch auf Degenerative Myelopathie (DM) Exon 2 untersucht werden. Es entstehen Zusatzkosten in Höhe von 50,00 Euro. 
(Diese Untersuchung wird vom SSV über Laboklin abgewickelt).

Wohin müssen die Blutproben geschickt werden und wer gibt mir Auskunft, wenn ich eine Frage zur Abwicklung habe?

Der Versand der Proben erfolgt an:

Prof. Dr. Ottmar Distl
Stichwort „SSV-Genomtest“
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Bünteweg 17 p
30559 Hannover

Fax: 0511-953-8582
E-Mail: ABGLab@tiho-hannover.de

Hinweis: Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, falls vorhanden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte unbedingt an 

Dr. med. vet. Norbert Bachmann.

SSV-Projektleiter
Genomtest beim Berner Sennenhund

Hülsenbrink 14

31749 Auetal

Telefon: 05753 92002

(Beste Erreichbarkeit: Montag bis Freitag 13 – 14 Uhr)

E-Mail: bachmann@ssv-ev.de

Wie muss das Blut verschickt werden?

Es sollen ca. 5 – 8 ml Blut in EDTA Röhrchen vom Tierarzt abgenommen werden und zusammen mit dem Einsendebogen verschickt werden. Ein Merkblatt gibt genauere Informationen: Merkblatt

Wenn für einen im SSV gekörten Hund die genomischen Untersuchungen beantragt werden, reicht das auf der Körung genommene Blut aus?

 Ja, auf den Körungen wird in der Regel von jedem Hund Blut genommen und bei der Tierärztlichen Hochschule eingelagert. Dann braucht der Antragsteller nur den Einsendebogen mit entsprechenden Vermerk ausfüllen und an die angegebene Adresse schicken.

Übernimmt der SSV für bestimmte Hunde die Kosten für die Genomuntersuchungen?

Ja, für Berner Sennenhunde mit bestimmten Merkmalen kann bis auf Weiteres in begrenzter Anzahl eine kostenfreie Genotypisierung und/oder eine *pathologisch-histologische Untersuchung nach dem Ableben des Hundes aus wissenschaftlichen Zwecken erfolgen:

  • Berner Sennenhunde mit einem nachgewiesenen Lebensalter von 12 und mehr Jahren
  • Berner Sennenhunde, die aufgrund einer Krebserkrankung im Alter von unter 5 Jahren eingeschläfert werden müssen.*
  • Berner Sennenhunde mit einem nachgewiesenen histiozytärem Sarkom (maligne Histiozytose, MH)
  • Berner Sennenhunde mit HD D (mittel) oder HD E (schwer)
  • Berner Sennenhunde mit ED-Grad III oder FPC  (Fragmentierter Processus Coronoideus)
  • Berner mit einer massiven Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen) *
  • Hunde mit Verdacht auf degenerative Myelopathie (DM) *

Bitte helfen Sie uns, wir brauchen dringend Blutproben von Hunden, bei denen MH (Histiozytäres Sarkom) diagnostiziert wurde!

Zur Prüfung der Befunde und der Auswahl der Hunde nehmen Sie bitte unbedingt vorab Kontakt auf:

Dr. Norbert Bachmann

Email: bachmann@ssv-ev.de

Tel. 05753 92002

 

Wie kann ich den SSV im „Kampf“ für eine lange Lebenserwartung mittels Genomuntersuchungen unterstützen?

Es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, einen Beitrag für eine lange Lebenserwartung beim Berner Sennenhund zu leisten und somit den SSV bei der schwierigen Aufgabe zu unterstützen.

  • sehr wichtig für die Weiterentwicklung der Genomuntersuchungen sind aktuelle Lebendmeldungen und Todmeldungen möglichst mit gesicherter Diagnose.

Aktuelle Daten helfen den Test zu verbessern!

Die Formulare hierfür finden Sie hier:

Lebendmeldung
Todmeldung

  • Falls Sie einen Hund haben, bei dem eine Krebserkrankung festgestellt wurde oder bei dem der Verdacht besteht, an einer Krebserkrankung erkrankt zu sein, wäre es sehr wichtig 5 ml EDTA-Blut für eine mögliche spätere Genomuntersuchung zu sichern.

Bitte nehmen Sie hierzu unbedingt vorab Kontakt mit  Dr. Norbert Bachmann bachmann@ssv-ev.de, Tel. 05753 92002 auf.

Kann ich die Projekte zur Steigerung der Lebenserwartung auch durch Spenden unterstützen?

Ja, das ist möglich und würde sehr helfen. Bitte überweisen Sie hierzu Ihren gewünschten Spendenbetrag auf das Konto des Schweizer Sennenhund-Vereins für Deutschland e. V.

Sparkasse Schaumburg
Stichwort „Genomtest Spende“
BIC-/SWIFT-Code: NOLADE21SHG
IBAN: DE13 2555 1480 0313 2673 79

Die Genomuntersuchungen und die Weiterentwicklung der Testverfahren kosten viel Geld. Jede Spende kommt dem Projekt direkt zu Gute.

Falls Sie eine Spendenquittung wünschen, wenden Sie sich bitte mit Ihren Kontaktdaten an: Dr. Norbert Bachmann bachmann@ssv-ev.de, Tel. 05753 92002.

Was sagen die Ergebnisse der Genomuntersuchungen aus?

Die Genomuntersuchungen beschreiben ein Risiko/Chance für das Auftreten eines bestimmten Merkmals (Lebensdauer, HD, ED, Histiozytäres Sarkom) innerhalb einer Population. Es handelt sich um keinen Gentest und es handelt sich um keine Einzeltiervorhersage.

Siehe Kurier 4-2015, S13-S17:

Artikel Internationales Health Symposium 30.08.2015 in Vaanta, Finnland:

“….

Bis 2011/2012 dienten die Phänotypdaten wie Lebensalter, Hüftgelenksdysplasie oder Ellenbogendysplasie von bereits verstorbenen Hunden als Grundlage für die Berechnung von Genomzuchtwerten. Wir sprechen daher von der Referenzpopulation mit den Referenzzuchtwerten. Die Zuchtwerte beschreiben ein Risiko oder eine Chance für das Auftreten eines bestimmten Merkmals innerhalb einer Population. Es ist eine statistische Größe für eine Population.

Es ist kein Gentest und keine Einzeltiervorhersage!

Nachdem die Phänotypdaten bekannt sind, wie alt ein Testhund geworden ist, woran er gestorben ist oder welche Hüftgelenks- oder Ellenbogeneinstufung er bekommen hat, können diese Testhunde wiederum als Grundlage für neuere Berechnungen dienen und erweitern somit die Referenzpopulation. Somit können die Genomuntersuchungen ständig „überprüft“ und verbessert werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Ereignisse (Merkmale) bis zum Tod einschließlich der Todesursachen der Testkandidaten erfasst werden. Ohne diese nachträgliche Erfassung und Überprüfung anhand der Phänotypdaten ist ein Genomtest wenig aussagekräftig. ….”

Den gesamten Artikel finden Sie hier: Kurier 04/2015

Internationales Health Symposium in Vantaa/Finnland

Merke:

Die Lebenserwartung, die Anfälligkeit an maligner Histiozytose, sowie die Disposition an Hüftgelenksdysplasie oder an Ellenbogendysplasie zur erkranken haben jeweils einen Erblichkeitsgrad von 25 – 30 %.

Alle diese Merkmale/Erkrankungen sind erblich, werden aber nicht durch ein Gen (monogener Erbgang), sondern durch viele Gene (polygener Erbgang) vererbt.

Die Nachkommen haben die Gene der Elterntiere, aber diese werden bei der Verschmelzung von Samenzelle und Eizelle jeweils neukombiniert. Es gibt bei den Nachkommen vermeintlich „bessere“, als auch „schlechtere“ Kombinationen.

Somit können diese Merkmale/Erkrankungen nur durch entsprechende Partnerwahl (Förderung von positiven Kombinationen)  über mehrere Generationen bekämpft werden.      

Was sagt ein hoher genomischer Zuchtwert für Lebenserwartung aus?

Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenerwartung erreichen im Mittelwert ein höheres Lebensalter. So werden zum Beispiel Hunde mit genomischen Zuchtwerten größer als 108,4 durchschnittlich älter als 132 Monate, älter als 11 Jahre (Stand 7/2015).

Trotzdem kann der Einzelhund früher versterben!

 

Empfehlung:

Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten verstärkt züchterisch genutzt werden.

Hunde mit niedrigen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und/oder hohen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten züchterisch genutzt werden, aber an Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose gepaart werden.

Der Verwandtschaftsgrad sollte bei dieser Paarung möglichst gering sein.

 

Was sagt ein niedriger genomischer Zuchtwert bei dem SSV-Pretest aus?

Hunde mit niedrigen genomischen Zuchtwerten beim SSV-Pretest haben gemittelt ein geringeres Risiko an maligner Histiozytose (Histiozytäres Sarkom) zu erkranken.

Wir haben die Risikowerte in vier Gruppen eingeteilt:

Risikoklasse A= “sehr geringes Risiko“ ( Werte bis 100)

Risikoklasse B= “geringes Risiko“ (Werte zwischen 101-110)

Risikoklasse C = “mögliches Risiko”(Werte zwischen 111-120)

Risikoklasse D =“Gefährdung“ (Werte größer als 120)

Die Lebenserwartung, die Anfälligkeit an maligner Histiozytose, sowie die Disposition an Hüftgelenksdysplasie oder an Ellenbogendysplasie zu erkranken, haben jeweils einen Erblichkeitsgrad von 25 – 30 %. Somit können diese Erkrankungen durch entsprechende Partnerwahl generationsübergreifend bekämpft werden.

Empfehlung:

Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten verstärkt züchterisch genutzt werden.

Hunde mit niedrigen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und/oder hohen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten züchterisch genutzt werden, aber an Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose gepaart werden.

Der Verwandtschaftsgrad sollte bei dieser Paarung möglichst gering sein.

Muss ein Hund mit Risikoklasse D an MH erkranken? Erkrankt ein Hund mit Risikoklasse A sicher nicht an MH?

Beide Fragen sind mit einem eindeutigen „nein“ zu beantworten.

Die Genomuntersuchungen beschreiben ein Risiko/Chance für das Auftreten eines bestimmten Merkmals (Lebensdauer, HD, ED, Histiozytäres Sarkom) innerhalb einer Population. Es handelt sich um keinen Gentest und es handelt sich um keine Einzeltiervorhersage.

Empfehlung:

Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten verstärkt züchterisch genutzt werden.

 

Hunde mit niedrigen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und/oder hohen Risikowerten für maligne Histiozytose sollten züchterisch genutzt werden, aber an Hunde mit hohen genomischen Zuchtwerten für Lebenserwartung und niedrigen Risikowerten für maligne Histiozytose gepaart werden. Der Verwandtschaftsgrad sollte bei dieser Paarung möglichst gering sein.

Reicht der SSV-Pretest aus, um einen Zuchtfortschritt hinsichtlich der Lebenserwartung bei Berner Sennenhunden zu erreichen?

Nein, nach den bisherigen Ergebnissen kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass der SSV-Pretest nur gemeinsam mit dem genomischen Lebensalterszuchtwert geeignet ist, einen Zuchtfortschritt hinsichtlich der Lebenserwartung bei Berner Sennenhunden zu erzielen.

Die Begründung für diese Schlussfolgerung liegt darin, dass das Risiko an MH zu erkranken  zwar mit der Lebenserwartung korreliert, jedoch besteht das größte Risiko für MH bei Hunden, die zwischen 84 – 107 Monaten verstorben sind. Bei noch früher verstorbenen Hunden besteht ein geringeres Risiko, dass der Tod durch MH bedingt ist.

Folglich müssen beide Genomzuchtwerte (Lebensalter und SSV-Pretest HS) in unsere Zuchtplanungen einfließen.

Bleiben die Genomzuchtwerte für einen Hund zeitlebens unverändert?

Nein, aufgrund der ständigen statistischen Auswertungen innerhalb der Population gibt es immer wieder ein Update mit geänderten Zuchtwerten. Die aktuellen Werte erscheinen dann in dogbase, werden dem Besitzer aber nicht neu mitgeteilt.

Siehe Kurier 4-2015, S13-S17:

Artikel Internationales Health Symposium 30.08.2015 in Vaanta, Finnland:

“….

Bis 2011/2012 dienten die Phänotypdaten wie Lebensalter, Hüftgelenksdysplasie oder Ellenbogendysplasie von bereits verstorbenen Hunden als Grundlage für die Berechnung von Genomzuchtwerten. Wir sprechen daher von der Referenzpopulation mit den Referenzzuchtwerten. Die Zuchtwerte beschreiben ein Risiko oder eine Chance für das Auftreten eines bestimmten Merkmals innerhalb einer Population. Es ist eine statistische Größe für eine Population.

Es ist kein Gentest und keine Einzeltiervorhersage!

Nachdem die Phänotypdaten bekannt sind, wie alt ein Testhund geworden ist, woran er gestorben ist oder welche Hüftgelenks- oder Ellbogeneinstufung er bekommen hat, können diese Testhunde wiederum als Grundlage für neuere Berechnungen dienen und erweitern somit die Referenzpopulation. Somit können die Genomuntersuchungen ständig „überprüft“ und verbessert werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Ereignisse (Merkmale) bis zum Tod einschließlich der Todesursachen der Testkandidaten erfasst werden. Ohne diese nachträgliche Erfassung und Überprüfung anhand der Phänotypdaten ist ein Genomtest wenig aussagekräftig. ….”

Den gesamten Artikel finden Sie hier: Kurier 04 / 2015

Internationales Health Symposium in Vantaa/Finnland

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